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Schaden an der Reifenflanke: beschreiben, ohne vorzugreifen

Wer eine auffällige Stelle an der Reifenflanke entdeckt, möchte meist sofort wissen, ob der Reifen repariert werden kann. Das lässt sich aus einer kurzen Beschreibung oder einem Foto allein nicht verlässlich entscheiden. Für das erste Gespräch zählt, wo die Stelle liegt, was sichtbar ist und was vorher passiert ist.

Mechaniker montiert einen Lkw-Reifen auf der Reifenmontiermaschine

Mit der Radposition beginnen

Nennen Sie das Fahrzeug und die betroffene Achse. Ergänzen Sie links oder rechts in Fahrtrichtung sowie bei Zwillingsbereifung innen oder außen, soweit dies bekannt ist. Die Aussage „hinten rechts“ bleibt sonst bei mehreren Hinterachsen unklar. Übernehmen Sie die Bezeichnung aus vorhandenen Reifenunterlagen, falls der Fuhrpark bereits ein einheitliches Schema nutzt.

Beschreiben Sie anschließend die erkennbare Stelle mit einfachen Worten. Eine Scheuerspur, ein Einschnitt und eine Ausbeulung sind verschiedene Beobachtungen. Geben Sie keine Tiefe an, die nicht fachgerecht festgestellt wurde, und untersuchen Sie die Stelle nicht durch Drücken, Aufweiten oder Einstechen.

Ein Foto zeigt nur einen Ausschnitt

Vorhandene Fotos können helfen, die gemeinte Stelle zuzuordnen. Nehmen Sie neue Bilder nur bei sicher abgestelltem Fahrzeug von einem gefahrlosen Standort auf. Für eine Aufnahme darf niemand unter das Fahrzeug kriechen oder ein Rad lösen.

MICHELIN beschreibt die Reparaturbeurteilung als fachkundige Untersuchung, bei der auch der Reifen von innen betrachtet wird. Das erklärt die Grenze einer Fernauskunft: Ein außen kleiner Schaden liefert noch kein vollständiges Bild des Reifenzustands. Ob eine Reparatur infrage kommt, ergibt sich erst aus der Prüfung.

Quelle: MICHELIN: operating advice

Die Vorgeschichte gehört dazu

Teilen Sie mit, wann die Stelle erstmals auffiel und ob zuvor ein Anstoß, eine Druckwarnung oder eine Fahrt mit Druckverlust bekannt war. Trennen Sie dabei eigene Beobachtungen von Informationen anderer Fahrer. Ist der Verlauf unbekannt, gehört genau das in die Notiz.

Nach MICHELIN dürfen Reifen, die mit zu geringem Druck gefahren wurden, nicht ohne gründliche Innen- und Außenprüfung wieder aufgepumpt werden. Lassen Sie deshalb auch die weitere Verwendung beurteilen. Eine unveränderte Optik seit gestern ist kein Beleg dafür, dass die nächste Fahrt sicher ist.

Quelle: MICHELIN: truck tyre pressure

Halten Sie Radposition und bekannte Vorgeschichte bereit, bevor Sie die Werkstatt um eine Beurteilung bitten.

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